Nutzen Sie keine 08-15 Mustervorlagen

Raphael Knoche - Bewerbungscoach

Initiativbewerbung – was ist das?

Sicherlich haben Sie den Begriff schon öfters gehört – Initiativbewerbung. Aber was steckt wirklich dahinter? Und inwiefern unterscheidet sie sich von einer herkömmlichen Bewerbung? Was ist wirklich dran an dem Gerücht, dass Initiativbewerbungen oft größere Erfolgschancen zugeschrieben werden als üblichen Bewerbungen?

Zunächst einmal ist eine Initiativbewerbung eine Bewerbung wie jede andere – sie ist ein Schreiben, das verfasst wird, um sich auf eine Stelle zu bewerben. Idealerweise besteht es aus:

  • einem Deckblatt, das Anschrift, Kontaktmöglichkeiten und die Bezeichnung der Stelle beinhaltet, auf die man sich bewirbt
  • einem Anschreiben, in dem man sich dem Arbeitgeber präsentiert und beschreibt, warum man sich auf die betreffende Stelle bewirbt
  • einem Lebenslauf, der die wichtigsten Stationen beinhaltet und eine übersichtlich Gliederung haben sollte
  • weiteren Unterlagen, wie Zeugnisse, Zertifikate, Empfehlungsschreiben, usw.

So weit, so gut. Egal, ob initiativ oder auf eine bereits ausgeschriebene Stelle hin – in diesen Punkten sind beide Varianten gleich. Worin besteht also der Unterschied?

Gleiches Ziel, andere Voraussetzungen

Nicht immer sind die Jobs, nach denen man sucht, oder für die man sich am besten qualifiziert fühlt, auch gerade ausgeschrieben. Manchmal ist es auch eine bestimmte Firma oder ein spezielles Arbeitsgebiet, nach dem man sucht, aber in den Stellenbörsen nicht finden kann. Und hier kommt die Initiativbewerbung ins Spiel. Wer sich initiativ bewirbt, wartet nicht darauf, bis die Wunschstelle endlich ausgeschrieben wird, sondern ergreift selbst die Initiative – er wendet sich ohne vorhergehende Ausschreibung an das Unternehmen und stellt sich dort als potenzieller Mitarbeiter vor.

Natürlich kann man dabei Gefahr laufen, dass gerade keine Kapazitäten für eine neue Anstellung frei sind, oder einfach kein Bedarf nach einem neuen Arbeitnehmer besteht. Aber andererseits muss man sich auch immer vor Augen halten, dass man dabei nichts zu verlieren hat. Zumindest muss man sich hinterher nicht vorwerfen, dass man es nicht einmal versucht hätte. Und auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht etwas ungewöhnlich erscheint, würden Sie staunen, wie viele Stellen auf Initiativschreiben hin besetzt werden. Die Chancen stehen also gar nicht so schlecht, wie man im ersten Moment möglicherweise denken würde.

Initiativbewerbungen und Musteranschreiben – ein Widerspruch in sich

Das Wort selbst beinhaltet ja bereits den wichtigsten Aspekt des Initiativanschreibens  – wer etwas aus eigener Initiative heraus macht, wird aktiv, setzt seine eigene Kreativität ein und versucht Wege zu gehen, die andere vielleicht nicht gegangen sind. Das Schlechteste, das man in einem solchen Fall machen könnte, wäre, bei seinem Bewerbungsschreiben ein vorgegebenes Muster zu verwenden. 

Musterbewerbungen oder Musteranschreiben, wie man sie im Internet oder in Büchern zuhauf findet, sind starre Vorlagen, die jegliche Individualität einer initiativen Bewerbung im Keim ersticken. Denn genau das, was bei einer initiativen Bewerbung am Wichtigsten ist – nämlich die eigene Persönlichkeit und Motivation, die hinter der Bewerbung steckt  - kommt bei Mustervorlagen zu kurz. Eine Initiativbewerbungen macht man ja aus speziellen Gründen – weil man unbedingt in einem gewissen Betrieb arbeiten möchte, sich mit einer speziellen Firmenphilosophie identifizieren kann, oder genau dort seine Qualifikationen am besten einsetzen kann. Und kein Musteranschreiben kann das alles leisten.

Coaching statt Mustervorlagen

In seinem Buch „Die perfekte Bewerbung zum Erfolg“ weist Raphael Knoche auf verschiedene Aspekte hin, die den kleinen Unterschied beim erfolgreichen Bewerben ausmachen. Besonders auf die eigene Gefühlslage und Motivation wird dabei spezielles Augenmerk gelegt. Wer sich selbst darüber im Klaren ist, wo er gerade steht und was er erreichen will, wird an Aufgaben ganz anders herangehen. Und dies trifft bei Initiativbewerbungen in noch größerem Maße zu, als auf normale Bewerbungen. Wer also typische Fehler vermeiden und sich bei seinen Bewerbungsversuchen weiterentwickeln will, sollte auf alle Fälle einmal einen Blick auf die Ratschläge vom Profi riskieren.

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